Ich hatte fast vergessen, wie sich echtes Lachen anfühlt.
Was passiert, wenn Führung nicht nur funktioniert, sondern wieder fühlt.
Ich schaue auf die Uhr. Dann zur Tür.
„Jetzt bin ich völlig verwirrt. Mit Ihnen hab ich ja noch gar nicht gerechnet.“
Dr. M., Chefärztin der Chirurgie eines Maximalversorgers, bleibt in der Tür stehen.
Grinst.
„Ich auch nicht. Ich glaube, ich habe mich selbst überrascht.“
Sechs Monate Coaching. Sechs Mal zu spät.
Immer Klinikchaos, Notfälle, irgendetwas.
Heute? Punktlandung.
„Vorsicht“, sagt sie, „nicht dass ich mich verändere.“
Wir lachen.
Ich gieße Tee ein.
Nach dem dritten Lachmoment schaut sie mich schmunzelnd an:
„Haben Sie mir was in den Tee getan?“
Und wieder dieses Lachen, das aus dem Körper kommt –
leicht, unaufgesetzt, echt.
Dann wird sie still.
„Ich hatte fast vergessen, wie schön das ist – so herzlich zu lachen.“
Sie schaut mich an.
„Vor ein paar Tagen habe ich gehört, wie eine Assistenzärztin zu einer Kollegin sagte – sie dachte wohl, ich höre es nicht: ‚Unsere Chefin geht doch zum Lachen in den Keller.‘“
Kurze Pause.
„Das hat mich getroffen.
Denn sie hatte recht.“
Dann atmet sie einmal tief durch.
„Und wissen Sie was? Ab jetzt möchte ich das Gegenteil beweisen.“
Freude braucht keinen Anlass.
Nur einen Moment, in dem sie wieder auftauchen darf –
zwischen Verantwortung und Verbindung.
Vielleicht beginnt gute Führung genau dort:
wo wir uns selbst wieder zumuten – nicht nur funktionieren.
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